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Was ist Miscanthus?

Chinaschilf (Miscanthus sinensis), auch unter dem Namen Elefantengras bekannt, ist ein aus Südostasien (ua. China, Japan und Korea) stammendes, ausdauernde Süßgras. Erst 1935 wurde eine spezielle, hochwüchsige Sorte; Miscanthus x giganteus; von Japan über Dänemark nach Mitteleuropa eingeführt, die im europäischen Raum über drei Meter hoch wird. In warmen Sommern kommt es zwar auch hier zur Blüte, keimfähige Samen werden aber nicht ausgebildet. Eine Vermehrung findet in Europa daher ausschließlich über das Rhizom (Wurzeln) statt. Bei Chinaschilf handelt es sich um eine sogenannte C4-Pflanze, die im Vergleich zu den in Mitteleuropa heimischen C3-Pflanzen ein höheres Massenwachstum aufweist.
In den Ursprungsgebieten als Rohstoff für Matten und Flechtwerk zum Sicht- und Windschutz sowie als Futterpflanze bekannt und in Mitteleuropa lange Zeit nur als Zierpflanze in Gärten eingesetzt, rückte Chinaschilf Ende der 1970er Jahre bei der Suche nach alternativen Energie- und Rohstoffquellen in das Blickfeld von Forschung und Entwicklung.

Ein Energieertrag in der Größenordnung von 7.000 bis 9.000 Liter Heizöl je Hektar ist ohne Düngung, ohne Spritzmittel und vor allem ohne jährliches Ackern und Säen erreichbar. Aus einer Anpflanzung kann zirka 20 Jahre geerntet werden. Im Rahmen der Umkehr von einer ausschließlich auf Mengen ausgerichteten Landwirtschaft zu einem qualitätsorientierten Lebensmittelanbau wird auch überlegt, "intensiv" genutzte Böden mit Miscanthuspflanzungen zu entgiften.

Ein Vorteil von Chinaschilf ist die Verlagerung der Nährstoffe aus der Pflanze in das Rhizom (Wurzeln) gegen Ende der Vegetationsperiode. Der Stickstoff konzentriert sich in den Blättern, die im Winter abfallen. Damit bleibt der Stickstoff am Feld. Geerntet wird April/Mai nur der Halm bzw. Stamm. Dadurch kann der Düngungsaufwand für diese Pflanze reduziert werden. Eine Stickstoffgabe erhöht den Ertrag, kleine Kaligaben (Asche) verbessern die Stängelfestigkeit. Die in Österreich im Jahre 1989 angelegten Versuchsflächen wurden bisher noch nie gedüngt und weisen keinen nennenswerten Ertragsrückgang auf.

Die Hektarerträge von Miscanthus liegen mit 15.000 bis 25.000 Trockenmasse je Hektar deutlich höher als bei Getreidekorn mit nur 4.000 bis 9.000 kgTM/ha. Der Hektarertrag aus extensiver Elefantengrasnutzung ist gegenüber intensiven Getreideanbau doppelt so hoch. Der Heizwert von Miscanthus beträgt 4,94 kWh je kg Trockenmasse bei 9% Wassergehalt und liegt damit im selben Bereich wie Getreide oder Holz. Bei einer Ernte am Tiefpunkt des Wassergehalts im April/Mai mit 15% ist der Heizwert 4,82 kWh je kg Trockenmasse bzw. 4,10 kWh je kg Gesamtmasse.

Aus der Ernte mit herkömmlichen Maishäckslern erhält man mit Schnecken förderbares Häckselgut. Nachteilig ist lediglich die geringe Schüttdichte mit 75 kg Trockenmasse je Schüttraummeter bzw. 360 kWh/srm. Ein Schüttraummeter Fichtenhackgut entspricht 1,8 bis 2,3 srm gehäckseltem Miscanthus. Da Miscanthus auf aktuell ungenutzten Heuböden eingelagert werden kann, ist die geringe Energiedichte für eine Heizung am Bauernhof kein Problem. Soll "Elefanengras" als Brennstoff außerhalb der Landwirtschaft genutzt werden, ist eine Pelletierung zur Reduktion von Transport- und Lagervolumen erforderlich. Die damit erreichten Schüttdichten von 600 kg/srm sind nahezu gleich hoch wie bei Holzpellets.

HINWEIS: seit 01.01.2015 gilt in Deutschland die 2. Stufe der BImSchV für automatisch beschickte Biomasse-Heizungsanlagen. Beim Einsatz von Miscanthus als Hauptbrennstoff ist der Einsatz eines zusätzlichen Staubfilters bzw. elektrostatischen Partikelabscheiders (z.B. ETA EEP 20.200) zur Feinstaub-Reduzierung bei der Installation entsprechender Feuerungsanlagen unbedingt vorzusehen. Außerdem muss auf eine geringere Nennleistung bei Miscanthus-Betrieb bei der Auswahl eines Hackgut-Heizkessel geachtet werden. Voraussetzung für einen störungsfreien Betrieb ist eine zusätzliche Abgasrückführung bzw. Rauchgasrezirkulation am Heizkessel sowie die Verwendung von größeren Aschetonnen als bei Hackgut- bzw. Holzpelletsbetrieb.

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